AvW

12.500 AvW-Geschädigte erhalten Geld aus Insolvenztopf

In der 350 Millionen Euro schweren Anlagebetrugs-Affäre AvW um den Kärntner Finanzbetrüger Wolfgang Auer-Welsbach (acht Jahre Wien) hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) einen entscheidenden Musterprozess für die 12.500 Geschädigten vor dem Obersten Gerichtshof (OGH) gewonnen. Der OGH stellte fest, dass es keinen Grund gibt, die Schadenersatz-Forderungen der AvW-Opfer an die Insolvenzmasse nicht als normale Konkursforderung anzuerkennen.

„Damit sind alle AvW-Geschädigten, die ihre Forderungen im Insolvenzverfahren angemeldet haben, normale Konkursgläubiger und nicht nachrangige Gläubiger“, heißt es in einer Aussendung des VKI-Juristen Peter Kolba. „Das bedeutet, dass diese Personen nicht etwa erst nach dem Finanzamt oder der Sozialversicherung, sondern gleichberechtigt zum Zug kommen, wenn die Konkursmasse verteilt wird.“ Nachsatz: „Die Geschädigten werden so zumindest zu einem Teil ihre Schäden ersetzt bekommen". Rund 70 Millionen Euro liegen derzeit im Insolvenztopf, die ausgeschüttet werden können.

Zur Vorgeschichte

Die Insolvenzverwalter Gerhard Brandl und Ernst Malleg hatten sämtliche Forderungen der AvW-Opfer bestritten, da bisher keine Judikatur des OGH zu einem Fall einer Beteiligung auf Genussschein-Basis vorlag. Zugleich einigten sie sich mit dem VKI, diese Rechtsprobleme in Musterprozessen zu klären. Aber schon das Landesgericht Klagenfurt (als erste Instanz) hat den geschädigten Anlegern einen Anspruch an die Konkursmasse zugesprochen wie auch das Oberlandesgericht Graz (als zweite Instanz). Nun hat der Oberste Gerichtshof die ordentliche Revision der Insolvenzverwalter mit der heute zugestellten Entscheidung zurückgewiesen.