Causa Madoff – Ex-Bank Austria-Managerin erstattete Selbstanzeige

Die österreichische Tangente der Causa um den US-Milliardenbetrüger Bernhard Madoff dürfte um eine Facette reicher sein. Ursula Radel-Leszczynski, vormals Präsidentin des Bank Austria Worldwide Fund Management Ltd. (Investment-Manager/Advisor des Primeo Fonds und 100 Prozent-Tochter der damaligen BACA), hat Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Format".

Radel-Leszczynski (nunmehr: Fano-Leszczynski) selbst gibt in der Anzeige an, zwischen 2007 und 2009 Honorare in der Höhe von 1,8 Mio. Euro kassiert und nicht versteuert zu haben. Als Quelle der Honorare nennt sie "Tätigkeiten als Hedgefonds-Spezialistin ausländischer Fondsgesellschaften wie Nomura, Fortis und HSBC", so das Magazin.

Staatsanwalt Michael Radasztics, der gegen die Managerin bereits wegen Betrug, Bilanzfälschung und Untreue ermittelt, sehe aber einen Zusammenhang mit der Causa Madoff/Primeo, schreibt das Magazin. Er habe daher seine Ermittlungen auf Steuerhinterziehung ausgeweitet. Radel-Leszczynski wollte sich dazu nicht äußern, so das Magazin. Es gilt die Unschuldsvermutung. Für die Bank Austria handelt es sich dabei um eine "reine Privatsache", die sie nicht kommentiere, so ein Sprecher am Freitag zur APA.

Wie "Format" weiter berichtet, war das Honorar bisher steuerschonend in Liechtenstein gebunkert, wo der Verdacht auf Geldwäsche geprüft werde. Radel-Leszczynski habe dafür auf Anraten von Prinz Michael von Liechtenstein eigens eine Stiftung namens "Abdank" eingerichtet, wie sie in einer Aussage bei den liechtensteinischen Ermittlern zugegeben habe. 2009 sei diese Stiftung aufgelöst und das Geld in eine Lebensversicherung transferiert worden.

Dies sei auch der Grund, weswegen die Selbstanzeige erst jetzt erfolgt sei. "Nach Auskunft ausländischer Berater wurde für diese Polizze pauschal österreichische Steuer abgeführt. Jedoch habe man sich nach Überprüfung durch einen heimischen Steuerberater jetzt zur Abklärung mit dem österreichischen Finanzamt entschieden", so die Begründung. Die Managerin hoffe nun, dass der Selbstanzeige strafbefreiende Wirkung zukomme.

Einen Etappensieg habe Radel-Leszczynski, die noch beratend in der UniCredit-Gruppe arbeite, schon erringen können. Das Geld aus der Lebensversicherung, das lange Zeit eingefroren war, wurde in Liechtenstein kürzlich wieder freigegeben. Aus Sicht des Steuerberaters seien damit sämtliche Verdachtsmomente entkräftet.